Sommerzeit - Zeckenzeit

Jeder Tierhalter lernt sie früher oder später kennen: Zecken.

Zecken sind Parasiten, die sowohl Hunde und Katzen, wie auch den Menschen befallen. Leider sind Zecken bei Hunden nicht nur lästig und können auf der Haut mit ihrem Biss Reizungen verursachen, sondern sie übertragen auch lebens­bedrohliche Krankheiten. Insbesondere Zeckenarten aus südlichen Ländern, die durch den Klimawandel mittlerweile auch bei uns heimisch geworden sind, übertragen Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose, die früher als klassische Reisekrankheiten galten. Einheimische Zecken, und hier vor allem der Gemeine Holzbock (lat. Ixodes ricinus) übertragen häufig außerdem die Borreliose-Erreger auf Hunde und Menschen.

Zecken sind Spinnentiere und leben im Wald und auf Wiesen, vor allem in höherem Gras, werden aber auch häufig in Gärten und Parks gefunden. Entgegen hartnäckigen Gerüchten lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen, und sie können auch nicht nachwachsen, falls der Kopf beim Entfernen der Zecke in der Haut stecken bleibt.
Zum Fressen und Blutsaugen schneidet die Zecke mit ihren Mundwerkzeugen eine Öffnung in die Haut des Opfers und gibt gleichzeitig Speichel mit einem gerinnungshemmenden Wirkstoff in das Blut des Wirtes ab. Dieser Speichel kann mit Krankheitserregern wie Borrelien und Ehrlichien infiziert sein und somit diese Erreger auf Hunde oder Menschen übertragen.

Wie vermeide ich einen Zeckenbiss bei meinem Tier?

Prophylaxe ist der wichtigste Schutz vor durch Zecken übertragene Krankheiten bei unseren Haustieren. Suchen Sie ihren Hund regelmäßig nach Zecken ab, und falls sich eine Zecke bereits in die Haut des Tieres eingebohrt hat, entfernen Sie diese sofort. Bis zur Übertragung von Krankheitserregern dauert es oft mehrere Stunden. Um eine Zecke sicher zu entfernen, sollte man eine Zeckenzange oder eine Pinzette verwenden. Ein Abdrehen der Zecke ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Zecken haben kein Gewinde und werden durch die unnötige Manipulation nur dazu angeregt, vermehrt Speichel abzugeben. Aus demselben Grund sollte man auch übermäßiges Quetschen des Zeckenkörpers vermeiden und auf die Verwendung von Klebstoff oder Öl verzichten.

Welche Mittel schützen gegen Zecken

    Prinzipiell kann man zwischen 2 Möglichkeiten wählen:
  1. Spot-on Präparate: Sogenannte Spot-on Präparate sind Medikamente, die direkt auf die Haut des Tieres zwischen die Schulterblätter geträufelt werden und sich, da sie extrem fettlöslich sind, innerhalb von einigen Stunden in den oberen Hautschichten anreichern und im Fell herumkrabbelnde Zecken abtöten und bei einigen Mitteln auch schon verhindern, dass sich Zecken ins Fell verirren (repellierende Mittel). Zusätzlich wirken die Medikamente auch gegen Flöhe. Spot-on Medikamente verlieren nach 4-6 Wochen ihre Wirkung, da sich die oberste Hautschicht in dieser Zeit abgeschilfert hat. Regen oder Baden des Tieres (ohne Shampoo) beeinträchtigen die Wirksamkeit des Medikamentes nicht.

  2. Halsbänder: Moderne Halsbänder enthalten Wirkstoffe, die Zecken sowohl abhalten (repellieren), als auch am Stich hindern und abtöten. Sie sind geruchsneutral und sollten ständig am Hund belassen werden, damit der Wirkstoff kontinuierlich an das Fell des Hundes abgegeben werden kann. Sie wirken auch gegen Stiche der Sandmücke, leider aber nicht gegen Flöhe. Die Wirkung wird durch Wasser ebenfalls nicht beeinträchtigt und hält bis zu sechs Monaten an.

Sowohl Spot-on Präparate, wie auch Halsbänder sind für Kinder und Hundehalter ungefährlich und belasten, da sie nur in die obere Hautschicht eindringen, den Organismus nicht.

Wir beraten Sie gerne über den geeigneten Zeckenschutz für Ihren Vierbeiner
und wünschen Ihnen viele schöne Sommerstunden!